Das Massaker an den internationalistischen Kommunisten in Griechenland

Nach der Internationalen Kommunistischen Strömung hat nun auch die Gruppe Internationaler Sozialisten einen Text von Agis Stinas ins deutsche übertragen.

Ich denke das drückt deutlich aus, wie bemüht die kommunistische Linke ist, die aktuelle Debatte mit der historischen Erfahrung auch im deutschsprachigen Raum zu sättigen. (mehr…)

Die Lebenserinnerungen eines Revolutionärs (Agis Stinas): Nationalismus und Antifaschismus

Die IKS – Internationale Kommunistische Strömung - hat ihren Beitrag aus der englischen Internationalen Revue 72 ins deutsche übersetzt. Damit liegt erstmals der Text „Marxismus und Nation“ von Agis Stinas auf deutsch vor.

Die Lebenserinnerungen eines Revolutionärs (Agis Stinas): Nationalismus und Antifaschismus

Die Auszüge aus dem Buch von Agis Stinas – einem revolutionären Kommunisten aus Griechenland –, die wir hier veröffentlichen, sind ein Angriff auf den antifaschistischen Widerstand während des Zweiten Weltkriegs. Darüber hinaus enthalten sie eine schonungslose Abrechnung mit drei heillos miteinander verschmolzenen Mystifikationen, die jede für sich für das Proletariat tödlich ist: die Verteidigung der Sowjetunion, der Nationalismus und der demokratische Antifaschismus.
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Marximus und Nation

Die Zusammenstöße zwischen stalinistischen Schlägern und aktivistischen anarchistischen Randalierern und Bullen (über die Beteiligung von Provokateuren kann nur spekuliert werden) am 20.10.2011 in Athen hat für einige Tage zu erhöhten Zugriffszahlen auf den Stinas-Blog geführt. Dies zeigt, das Interesse an dieser Strömung und unterstreicht die Notwendigkeit, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Nun kommt endlich ein zentraler Text, der bereits an anderer Stelle auf dem Blog mit einer Einleitung der ICC veröffentlicht wurde:

Marxism and the Nation

The nation is a product of history, like the tribe, the family, the city. It has a necessary historic role and must disappear when that is fulfilled.

The class bearing that social organisation is the bourgeoisie. The national state coincides with the state of the bourgeoisie, and historically, the progressive work of the nation and of capitalism joined together to create, with the development of the productive forces, the material conditions for socialism. (mehr…)

In the Struggle for Socialist Revolution

Mitten im Sommerloch beginnt die Veröffentlichung des 6. Kapitels „Im Kampf für die sozialistische Revolution“, mit dem Wiederaufbau der linkskommunistischen Gruppe um Agis Stinas, die sofort eine internationalistische Arbeit beginnen. Beeindruckend ist, dass Parolen wie „Es ist der Kapitalismus in seiner Gesamtheit – und nicht eine der zwei Seiten –, der für das Gemetzel, für die Verwüstungen und das Chaos verantwortlich ist!“ – auf großes Interesse und Unterstützung treffen.

The reconstitution of the group

We, the militants who were in Athens (all those who escaped: Tamtakos, Voursoukis, Aravantinos, Rigas, Kallergis, Stinas) got together the next day and reconstituted the group. Our position in regard to the EAM and its army, as toward the nationalist movement in general, was strictly determined by our position in the face of imperialist war. There was no divergence there at all. (mehr…)

Die Flucht (Ende des 5. Kapitels)

Ich wollte allen LeserInnen Ante Cilgas Buch in den letzten Wochen die Gelegenheit geben, dass bisher auf deutsch unveröffentlichte Kapitel direkt als ersten Beitrag zu finden. Ferner möchte ich darauf hinweisen, dass in der Weltrevolution 163 ein ausführlicher Artikel erschienen ist (mehr). Nach dieser längeren Pause, werde ich nun weiterschreiten mit der Veröffentlichung von Agis Stinas Biografie.

Endlich die Flucht, während viele Genossen erschossen wurden. Mit diesem Absatz endet der letzte Abschnitt des 5. Kapitels.

In mid-October, after two and a half months of staying in Konistres, I decide to escape. I made it known to my friends and to the bishop. He suggested that I travel to the Middle East and hide myself in a secure place and wait. I refused, but without revealing my disagreements with the patriots. He gave me sufficient beans that I could set out with a full stomach. Apart from that, after having stabbed my leg with a needle so that you could believe it was a dog bite, this generous priest signed and sealed a letter in which it was written: “I have been bitten by a rabid dog and I must immediately be presented at the anti-rabies centre”. “You will show this document in case of a raid” he told me “I have predated it so as to make the danger more pressing and therefore the treatment more urgent”. He hugged me and wished me bon voyage and good luck. It wasn’t necessary to show the paper. But I was profoundly moved by the ingenuity and audaciousness of this bishop. (mehr…)

In Evia

In mid-July we were on our way to the railway station, around seventy political prisoners, tied up and escorted by a crowd of gendarmes. In the morning they had taken us for disinfection in the bath and the steam room, but when the commander of the escort gave the order to leave, our clothes were still in the steam room. We retrieved them as best we could and wore them crumpled and sopping wet.
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In the transfer section of Piraeus

Mitte März 1942 werden Agis Stinas und seine GenossInnen aus dem Lager Akhronaflia verlegt. Doch auch die folgenden drei Monate in Piräus sind die Hölle:

In the transfer section of Piraeus

When the occupation authorities decided to empty Akhronaflia and to transfer the detainees elsewhere, they began with us. The reason for this preference was that the place where we were locked up had not been intended to serve as a prison. This was lucky for us. If we had remained a bit longer at Akhronaflia, none of us would have survived. (mehr…)

»Lenin auch …«

Im folgenden könnt ihr den bisher auf deutsch nicht verfügbaren Abschnitt über die Diskussionen der linken Kommunisten im Lager Werchne-Uralsk lesen. Dieser wäre nach der Überschrift auf der Seite 119 in der neuen deutschen Ausgabe von Ante Ciliga »Im Land der verwirrenden Lüge« einzufügen.

»Lenin auch …«

Im Gegensatz zur trotzkistischen Opposition, für welche die Lenin’sche Epoche ausserhalb jeder Kritik stand, scheuten die linkskommunistischen Gruppen nicht davor zurück, die gesamte revolutionäre Erfahrung in Russland infrage zu stellen. Alle diese Gruppen waren zwischen 1919 und 1921 in mehr oder weniger scharfer Opposition zu Lenins Politik entstanden. Während meiner Gefangenschaft im »Isolator« von Werchne-Uralsk war Lenins Rolle in der Revolution Gegenstand hitziger Debatten. Die trotzkistische Opposition beharrte darauf, Lenin habe immer recht gehabt. Nach diesem Dogma hatte Trotzki schon vor langem die »Richtigkeit« der Lenin’schen Positionen anerkannt. Darum billigte er auch Sinowjews Vorschlag, ihrer Oppositionsgruppe den Namen »Bolschewisten-Leninisten« zu geben. Später behauptete er sogar, das Konzept der »permanenten Revolution« (wie auch das sämtlicher anderer Konzepte des Trotzkismus, von denen jenes aber das bedeutendste war) stamme ursprünglich gar nicht von ihm, sondern von Lenin selber. Da Lenin die »permanente Revolution« befürwortet habe, seien sämtliche Meinungsverschiedenheiten der beiden lediglich formeller Natur und damit faktisch bedeutungslos gewesen. Grundsätzlich seien Lenin und Trotzki immer einig gewesen, lediglich in Detailfragen habe es Differenzen gegeben.

Durch diese nachträgliche Versöhnung der beiden sowie die Weigerung, ihnen gegenüber einen kritischen Standpunkt einzunehmen, wurden die heftig diskutierten Widersprüche beider Tendenzen überdeckt. Statt einer genauen Untersuchung der Tatsachen, wurde dem stalinistischen Mythos ein weiterer Mythos entgegengesetzt. (mehr…)

Rezensionen von Ante Ciligas Buch

Die Wiederveröffentlichung des Buches »Im Land der verwirrenden Lüge« von Ante Ciliga hat mittlerweile auch die ersten Rezensionen provoziert. Wir können mit vorsichtigem Optimismus feststellen, dass scheinbar »historische« Themen heute wieder aufgegriffen werden. Dahinter steckt kein abstrakt »historisches« Interesse, sondern die Frage der gesellschaftlichen Perspektive – sprich dem Kommunismus. Gerade in dem dunkelsten Kapitel der modernen Menschheitsgeschichte – eingeklemmt zwischen Stalinismus und Faschismus, war das Ringen um revolutionäre Positionen besonderen Prüfungen unterworfen, war doch die revolutionäre Phase um 1917 noch in naher Vergangenheit.

Heute befinden wir uns in einer anderen historischen Phase, die Klassenkämpfe nehmen wieder zu, doch die revolutionäre Perspektive ist noch schwach und bedroht von Illusionen und Konfusionen. Im nächsten Schritt wird hier ein bisher auf deutsch nicht zugängliches Kapitel aus Ante Ciligas Buch veröffentlicht werden, welches die Diskussionen unter den linkskommunistischen Gruppen (Demokratische Zentralisten, Arbeitergruppe, linkstrotzkistische Abspaltungen) in den russischen Lagern nachzeichnet. Ihr Ringen mit Illusionen und Konfusionen ist uns heute immer noch relativ nah.

Danach wird die schrittweise Veröffentlichung von Agis Stinas Memoiren fortgeführt.

Buchbesprechung Ante Ciliga

Auf der Buchvorstellung und Diskussionsveranstaltung zur Wiederauflage des Ante Ciliga Buches waren zu meiner Überraschung ca. 30 Leute. Trotz Abwesenheit von TrotzkistInnen und StalinistInnen wurde sehr kontrovers diskutiert. Zwischen AnarchistInnen, libertären KommunistInnen, RätekommunistInnen, LinkskommunistInnen, InternationalistInnen – welche Selbstzuschreibung oder welches Label auch immer gewählt wird – gibt es offensichtlich noch oder vielleicht eher wieder viel zu diskutieren. Dies sollte ausgebaut werden!

Hier möchte ich auf eine kleine Buchbesprechung hinweisen, eine ausführlichere wird sicherlich noch folgen:


[Anmerkung
: Mittlerweile ist ein ausführlicher Artikel in der Weltrevolution 163 erschienen, der den Schwerpunkt auf die Bedeutung des Buches für die weitere linkskommunistische Diskussion in den ’30ern in Frankreich legt. Sehr lesenswert!]

Ante Ciliga: „Im Land der verwirrenden Lüge“

Die deutsche Ausgabe von Ante Ciligas »Im Land der verwirrenden Lügen« ist endlich wieder aufgelegt worden. Der erste Teil des Buches erschien 1938 in Frankreich mit dem Titel »Au pays du grand mensonge«. Ciliga beschreibt seine Erlebnisse und Beobachtungen von 1926 bis 1933 in Moskau, Leningrad und Werchne-Uralsk. Seinen Weg vom kommunistischen Kader und Ausbilder, zur trotzkistischen Oppositon, von dort in den Knast und ins Lager. Im Lager nahm er aktiv an den Debatten und Aktionen der weit aufgefächerten kommunistischen Oppositon teil. Dieses Buch schlug hohe Wellen in der anti-stalinistischen Linken. (mehr…)



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