Revolutionärer Defätismus – die Kontinuität der kommunistischen Klassenposition

Auf Anregung von ofenschlot, stellen wir Stinas gerne kurz vor. Dies darf euch jedoch nicht davon abhalten das Buch zu lesen! Gerne schon jetzt in der englischen Version (ich war sehr erfreut zu hören, dass ein Genosse bereits eine deutsche Übersetzung vorbereitet, die Veröffentlichung wird aber noch dauern).

Stinas – Produkt und Teil der revolutionären Welle

Agis Stinas (bürgerlicher Name: Spiros Priftis) kam mit einem neuen Jahrhundert auf die Welt, er wurde schon mit 14, 15 von „sozialistischen Ideen“ beeinflusst. Wie die gesamte Arbeiterklasse rüttelte ihn ausgehend von der Revolution in Russland, die revolutionäre Welle auf und durch. Seit 18 fühlte er sich der „Bewegung für die Befreiung der Arbeiterklasse“ zugehörig. Die Statuten zwangen ihn jedoch noch zwei weitere Jahre zu warten, bis er an seinem zwanzigsten Geburtstag im Mai 1920 endlich der Partei (die damals Sozialistische Arbeiterpartei hiess) bei treten konnte.

Bis 1931 kämpfte er innerhalb der Kommunistischen Partei für eine revolutionäre Position. Dabei war er kein Einzelkämpfer sondern immer Teil einer starken Tendenz. 1931 brach er mit der Partei und schloss sich der Opposition der Trotzkisten an. Im Nachhinein beurteilt er seine Hoffnung im organisierten Trotzkismus die Kontinuität der revolutionären Tendenz zu wahren als „Illusion“.

Doch die Gruppe um Stinas hielt sich glücklicher weise weniger an die Direktiven der vierten Internationale (bis 1947 blieb er offizielles Mitglied), sondern bildete nach intensiven ideologischen Auseinandersetzungen im März 1935 eine revolutionäre Gruppe.

Diese Stinas-Tendenz kämpfte während des zweiten Weltkriegs für einen revolutionären Defätistismus, für die Fraternisierung der (internationalen) Arbeiter-Soldaten und gegen die (auch von den Trotzkisten favorisierte) Unterstützung des „degenerierten Arbeiterstaats“ und damit der aktiven Beteiligung am imperialistischen Krieg. Dabei kam sie zwischen alle Fronten …

Die Kerker hatten die Genossen schon früh kennen gelernt. Im Kampf gegen den Krieg des neuen Griechenlands mit der neuen Türkei (in Folge des ersten Weltkriegs) bildete sich schon früh (damals noch innerhalb der KP, der sozialistischen Arbeiterpartei) um Stinas eine Gruppe von Militanten heraus. Nun kam die Verfolgung der nationalsozialistischen und stalinistischen Henker, dramatisches Dokument ist die seitenlange Aufzählung von Anarchisten und Linkskommunisten, die im Dezember 1944 von dem stalinistischen Militärapparat umgebracht wurden.

Die Stinas-Tendenz steht für einen wichtigen Zweig der revolutionären Arbeiterbewegung. Neben der (hauptsächlich in Frankreich aktiven) linskommunistischen Fraktion und den frühen italienischen Kommunisten im späteren PC-Int (Onorato Damen, Amadeo Bordiga) und weiteren minoritären Gruppen wie die RKD stehen sie für die Kontinuität einer revolutionären Klassenposition in der düsteren Phase der Konterrevolution und Menschenschlächterei.

Auf diesem Blog wird die englisch-sprachige Autobiografie eingepflegt, welche Kapitel bereits online stehen, findet ihr schnell und übersichtlich im Inhaltsverzeichnis.
Hier findet ihr weitere Texte zur Stinas-Tendenz.